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Anmeldung in NorwegenWer nach Norwegen kommt, um dort zu leben und zu arbeiten, beantragt zunächst beim Finanz- und Einwohnerregisteramt (Likningskontor und Folkeregister) eine Personennummer (personnummer oder fødselsnummer), die aus dem Geburtsdatum und einem fünfstelligen ID-Code besteht. Die Bearbeitung des Antrags dauert mindestens drei Wochen. Die Antragsteller müssen persönlich erscheinen und ihren Pass und mindestens einen Arbeitsvertrag oder eine Arbeits- bzw. Aufenthaltsgenehmigung vorlegen. Die Personennummer ist Voraussetzung für die Eröffnung eines Bankkontos und damit die Ausstellung einer Kreditkarte (siehe > Bankkort). Siehe auch > Arbeitserlaubnis > Aufenthaltsgenehmigung
ArbeitsmarktDie Beschäftigungssituation in Norwegen ist so gut wie seit Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosigkeit liegt je nach Monat zwischen 2,5 und 3 Prozent, gleichzeitig ist der Arbeitskräftemangel besonders in den ländlichen Gebieten prekär. Generell sind die Aussichten auf eine Stelle sehr gut im Pflegebereich, im Handwerk, für Ingenieure und Berufskraftfahrer.
B
BankkortIn Norwegen unbedingt notwendig: Eine Kreditkarte mit Passbild ist nicht nur das mittlerweile überall übliche (und zumeist gebührenfreie) Bezahlungsmittel in Norwegen, sondern auch die meistgenutzte ID-Karte (die selbst bei Inlandsflügen vorgezeigt werden muss). Die bankkort wird bei einer Bank Ihrer Wahl ausgestellt, Voraussetzung ist eine Personennummer (siehe dort) und die Eröffnung eines Kontos.
BevölkerungsdichteNach Island ist Norwegen das am dünnsten besiedelte Land in Europa. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 15 Einwohner/km2. Große Teile des Landes können werden als Wohnareal noch für die LAndwirtschaft genutzt werden. Fast 80 Prozent der Bevölkerung wohnen in Städten oder größeren Orten, wo die Einwohnerdicht 1595/km2 beträgt.
E
ElternschaftsgeldGrundlage für Berechnung der staatlichen Unterstützung ist das Gehalt in den letzten vier Wochen vor Beginn des Elternschaftsurlaubs. Er oder Sie bekommt dann 44 Wochen lang 100 % des zuletzt ausgezahlten Gehalts bzw. 54 Wochen lang 80 % des zuletzt ausgezahlten Gehalts. Die Obergrenze ist der sog. 6 G-Satz, d.h. das Sechsfache des vom Parlament beschlossenen und jährlich ansteigenden Grundbetrags für die soziale Sicherung. 2006 war 6 G = 377 352 Kronen). Für selbständige Gewerbetreibende gelten andere Regelungen.
ElternschaftsurlaubWie überall in Skandinavien ist die Urlaubsregelung im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes sehr gut ausgebaut. Es gelten derzeit folgende Bestimmungen: Insgesamt haben die Eltern ein Anrecht auf bis zu 52 Wochen Elternschaftsurlaub. Im Zusammenhang mit der Geburt hat der Vater das Recht auf zwei Wochen bezahlten sog. Fürsorgeurlaub (omsorgspermisjon). Die Mutter hat ab zwölf Wochen vor der Geburt Recht auf Schwangerschaftsurlaub (svangerskapspermisjon). Nach der Geburt sind der Mutter sechs Wochen Mutterschaftsurlaub (fødselspermisjon) vorbehalten, die ebenso wie die 2 Wochen des Vaters nicht auf den Partner übertragen werden können. Die Eltern können sich zudem für eine Zeitkonto-Regelung (tidskonto) entscheiden und so den Elternschaftsurlaub strecken. Die staatliche Unterstützung erfolgt dann entsprechend prozentual. Neben dieser Grundregelung hat jedes Elternteil ein Anrecht auf bis zu einem Jahr unbezahlten Elternschaftsurlaub. (siehe auch > Elternschaftsgeld)
K
KindergeldFür jedes Kind von Eheleuten oder Alleinstehenden, die in Norwegen Steuern zahlen, gibt es vom Staat pro Monat
KindergärtenDas Angebot an kommunalen Kindergärten ist generell sehr gut. nur in den größten Städten gibt es Engpässe. Die Kosten für einen Kindergartenplatz liegen je nach Kommune zwischen...
L
Landesfläche44,4 % der Landesfläche von insgesamt 385.155 km2 (Deutschland: 357.027 km2) sind Gebirge und Hochebenen. 38,2 % sind Waldflächen, 7,2 % Binnengewässer, 5,8 % Moore und Feuchtgebiete und 3.2 % landwirtschaftliche Nutzfläche. Nur 1,4 Prozent sind zu Erwerbs-, Wohn- und Verkehrszwecken erschlossenes Areal.
LebensmittelpreiseLebensmittel sind teuer in Norwegen, Fleisch ganz besonders. Legt man den Durchschnitt für alle EU-Länder zugrunde, sind Lebensmittel 64 Prozent und nicht-alkoholische Getränke 58 Prozent teurer als in der EU. Tabakwaren sind 127 Prozent teurer, alkoholische Getränke 129 Prozent. Der "halbe Liter" im Restaurant oder in der Kneipe kostet ab 7,50 EUR.
Löhne und GehälterHohen Lebenshaltungskosten stehen relativ hohe Löhne und Gehälter gegenüber. 2006 betrug das durchschnittliche Jahresgehalt in der Industrie brutto 384.200 Kronen, im Warenhandel 331.600 Kronen, im Finanzwesen 455.300 Kronen, beim Staat 366.300 Kronen, in den Kommunen 329.000 Kronen, im Bildungsbereich 376.000 Kronen und im Gesundheitswesen 345.000 Kronen.
N
NorwegerSeit dem 1. Juli gibt es erstmals über 4,7 Millionen Norweger.
Sie sind die eifrigsten Zeitungsleser, 74 Prozent der Einwohner lesen täglich eine oder mehr Zeitungen und benötigen dazu im Schnitt 29 Minuten.
Sie werden im Schnitt deutlich älter als die Deutschen. 20jährige Westnorwegerinnen können damit rechnen, gut 83 Jahre alt zu werden, die Westnorweger werden durchschnittlich 77 Jahre alt. Frauen in Oslo werden immerhin noch fast 81 Jahre, die Männer gut 75 Jahre alt.
Norweger essen die meisten Würstchen, Fertigpizzen, Erdbeeren und das meiste Brot in Europa.
Jedes Jahr isst jeder Norweger im Schnitt 75 Kilo Brot oder Brotprodukte. Auch der Kaffeekonsum ist europaweit am höchsten.
Norweger trinken im europäischen Vergleich relativ wenig Alkohol. 2006 waren es im Schnitt 6,46 Liter reiner Alkohol.
Norwegische Verbraucher sind die besten Bezahler in Europa. Sie brauchen im Schnitt nur 26,4 Tage, um ihre Rechnungen zu bezahlen, der Europa-Durchschnitt beträgt 58,6 Tage.
Sie essen durchschnittlich 71 Kilo Fleisch, 63 Kilo Gemüse und 82 Kilo Obst im Jahr.
Norweger sind vorsichtige Autofahrer. Nur die Niederlande haben weniger Verkehrstote im Verhältnis zur Einwohnerzahl. 2005 starben 223 Menschen im Straßenverkehr.
S
SchwangerschaftWer schwanger ist, kann nicht entlassen werden – auch nicht in der Probezeit. Frauen, die wegen einer Schwangerschaft ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können, haben Anrecht auf Schwangerschaftsgeld (svangerskapspenger), das ausgezahlt wird, bis die betreffende Person ihren Mutterschaftsurlaub antritt, d.h. drei Wochen vor der berechneten Niederkunft. (siehe auch > Elternschaftsurlaub)
U
UrlaubsgeldJeder Arbeitnehmer in Norwegen hat Anrecht auf Urlaub, bekommt aber praktisch erst im 2. Berufsjahr Urlaubsgeld. Das wird nämlich im Jahr vorher verdient und beträgt 10,2 % des letztjährigen Bruttogehaltes. Es wird am letzten Gehaltstag vor den Ferien, üblicherweise also im Juni, ausgezahlt. Diese Regelung führt also dazu, dass man auch im Jahr nach Abschluss eines Arbeitsverhältnisses noch Urlaubsgeld ausgezahlt bekommt.
W
WirtschaftsleistungNorwegens Bruttoinlandsprodukt betrug 2006 269 Milliarden Euro. Allein 67,6 Milliarden kommen aus der Erdöl- und Erdgasförderung. Die Industrie produzierte für 22,6 Milliarden, die Landwirtschaft nru noch für knapp 2 Millliarden Euro.